Gliome

Hierunter werden eine ganze Reihe von Tumoren klassifiziert, die sich alle von den Gliazellen im Gehirn ableiten. Am häufigsten finden sich Astrozytome und Oligodendrogliome bzw. Mischformen aus beiden Tumorarten, sowie die aggressiv wachsende Form, das so genannte Glioblastom.

Kernspintomogramm T1 mit Kontrastmittel eines Astrozytoms WHO °II (linkes Bild), eines Oligodendroglioms WHO ° III (mittleres Bild) und eines Glioblastoms (rechtes Bild)

Gliome

Kernspintomogramm T1 mit Kontrastmittel eines Hirnstammglioms WHO °II

Spezifische Diagnostik bei Gliomen

In manchen Fällen lässt sich der Tumor selbst in der MRT kaum darstellen, dann können Spezialuntersuchungen wie die Positronenemmissionstomographie weiter helfen.

Kernspintomogramm T1 mit Kontrastmittel (links), Flair (Mitte) eines Astrozytoms WHO °III, welches sich erst in der 11C-Methionin-PET sicher darstellen lies (rechts)

Die funktionelle Bildgebung kann präoperativ sehr viele Informationen über die Lokalisation wichtiger Gehirnzentren beisteuern.

Gliome

Präoperative MRT eines Patienten mit zystischem Glioblastom der Zentralregion.

Gliome

Kombinationsbild aus MRT, fMRT und 11C Methionin-PET des oben gezeigten Patienten. Gelb ist die Zyste, blau der bösartige Tumoranteil, grün das Bewegungszentrum, orange das verbale Kurzzeitgedächtnis und rosa das Sprachzentrum.

Bei höhergradigen Gliomen kann man die Tumorgrenzen intraoperativ mit Hilfe der 5-ALA Fluoreszenz genauer darstellen.

Elektrophysiologisches Monitoring und Blaulicht-Fluoreszenz bei einem Glioblastom in der Zentralregion.

Therapie der Gliome

Auch heutzutage gilt weiterhin, dass die chirurgische Therapie die erste Wahl ist, wenn die Lokalisation des Tumors dies erlaubt. Durch die exakte präoperative Diagnostik mit MRT, ggf. ergänzt durch PET und fMRT, sowie durch den intraoperativen Einsatz der Navigation, der Fluoreszenz und dem elektrophysiologischen Monitoring lassen sich viele Tumore nun operativ angehen, bei denen dies noch vor 10 Jahren nicht möglich gewesen wäre. In einigen Fällen kann auch eine intraoperative Bildgebung (Ultraschall, iMRT) hilfreich sein.

Komplette Resektion des Oligodendroglioms ohne Ausfälle bei der Patientin

Gliome

Gliome

Komplette Resektion des Glioböastoms ohne Ausfälle bei dem Patienten

Nach der Operation ist eine frühe kernspintomographische Kontrolle auf jeden Fall nötig, um das Ausmaß der Tumorentfernung zu dokumentieren. Je nach dem Ergebnis der Gewebsuntersuchung kann die Behandlung schon abgeschlossen sein (Grading bis WHO °II und komplette Tumorresektion in der MRT) oder es schließt sich eine Chemo- und Strahlentherapie an (ab WHO °III oder wenn eine vollständige Entfernung nicht möglich war).