Aneurysma: FAQ für Patienten in Köln

Diagnose: Aneurysma

Fragen und Antworten zum Aneurysma vom Neurochirurgen in der Region Köln

KÖLN. Prof. Dr. med. Veit Braun ist ein erfahrener Neurochirurg und Chefarzt am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Auch Patienten aus dem Raum Köln werden in dieser Klinik behandelt. Hier nutzt das ärztliche Team einen modernen Hybrid-OP, um Patienten mit der Diagnose Aneurysma gut zu behandeln. Prof. Braun gibt Antworten auf wichtige Fragen rund um das Aneurysma:

Patienten aus der Region Köln fragen – Neurochirurg Prof. Dr. med. Veit Braun antwortet

Was ist ein Aneurysma?
Prof. Braun: Bei einem Aneurysma im Gehirn handelt es sich um eine Gefäßaussackung. Sie entsteht durch angeborene Lücken in der Muskelschicht der Blutgefäße. Häufig treten sie an Verzweigungsstellen der Blutgefäße auf. Im Lebensverlauf kann sich die innere Schicht dieser Blutgefäße ähnlich einer Blase nach außen stülpen. So entsteht ein Aneurysma. Medizinstatistiken gehen davon aus, dass etwa 0,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung ein Aneurysma aufweisen.

Wie wird ein Aneurysma diagnostiziert?

Prof. Braun: Die Diagnose eines Aneurysmas geht oft auf einen Zufallsbefund zurück. Denn in der Regel verursacht die sackförmige Gefäßausstülpung keine Symptome. Wird ein Aneurysma zufällig entdeckt, dann meist aufgrund einer Computertomographie oder eines MRTs wegen anderer körperlicher Beschwerden. Häufig wird ein Aneurysma auch erst dann entdeckt, wenn es platzt – ein lebensbedrohlicher Zustand, der so schnell wie möglich professionell medizinisch versorgt werden muss.

Was Patienten aus Köln noch zum Thema „Aneurysma“ wissen sollten

Diagnose Aneurysma – und jetzt?
Prof. Braun: Ob und wie ein Aneurysma behandelt wird, ist immer eine Entscheidung im Einzelfall. Platzt ein Aneurysma, muss es so schnell wie möglich verschlossen werden. Wird ein Aneurysma zufällig entdeckt, kann es von innen heraus (sog. Coiling) oder mit einer offenen Operation, auch als Clipping-Verfahren, behandelt werden. Beim sogenannten Coiling wird ein Aneurysma von innen mit Platinspiralen verschlossen, bei der offenen OP mit einem Titanclipp vom Blutkreislauf ausgeschlossen. Die Entscheidung für das eine oder das andere Verfahren hängt von der Lage und der Größe des Aneurysmas im Gehirn ab. Bei der Therapieentscheidung, also der Frage OP ja oder nein, wägen wir zwischen verschiedenen Risiken ab: Dem Risiko, das Aneurysma könnte platzen und dem Risiko, das durch eine OP entstehen könnte. Wir lassen uns von der Frage leiten: Mit welcher Therapieentscheidung erreichen wir eine hohe Lebensqualität für unsere Patientinnen und Patienten.